Die Geschichte unserer Dampflok
52 8029-2
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| Eigentlich
beginnt die Geschichte der Baureihe 52.80 erst mit
Ablieferung der 52 8001 am 05.08.1960. Die DR hatte sich kurzfristig entschlossen, 200 Loks der Baureihe 52 grundlegend zu modifizieren und diese dann unter der Baureihe 52 80 zu beziffern. Die Basis dieses Rekonstruktions-Programmes bildete die Kriegslok der Baureihe 52. Ursprung war Hitlers Überfall auf Russland im Sommer 1941. Die daraus resultierenden Nachschub-Probleme konnten allein mit vorhandenen Lokomotiven und herkömmlichen LKW über die Strasse nicht mehr gelöst werden. Man beschloss den Bau einer bedarfsgerechten Güterzuglok, die durch ihren geringen Achsdruck auch auf schlechten Gleisen fahren konnte. Gleichzeitig wurde der Kessel so ausgelegt, dass er auch mit minderwertiger Kohle ausreichende Leistung erbringen konnte. Da ursprünglich ca. 15.000 (!) Lokomotiven für den Krieg produziert werden sollten, versuchte man natürlich überall zu sparen. Da man für die Eroberung Russlands jedoch nur wenige Jahre vorsah, konnte man eine Lok konstruieren, die auch nur eine Lebenserwartung von ca. 5 Jahren hatte. Immerhin gelang es, bei diesem Lok-Typ 26 t Material und ca. 6000 Arbeitsstunden gegenüber einer herkömmlichen Dampflok dieser Größe (BR 50) einzusparen. Über 1000 Teile konnten direkt weggelassen werden und weitere 3000 Teile wurden wesentlich vereinfacht. So wurde erstmals am 12.09.1942 die Lok 52 001 der Öffentlichkeit vorgestellt. Weitere 192 Exemplare folgten noch im gleichen Jahr. 1943 wurden insgesamt 3828 Loks der Baureihe 52 produziert. 1944 waren es immerhin noch 2156 Exemplare. Bis zur Kapitulation am 08.05.1945 wurden dann nur noch 28 Dampfloks dieses Typs gebaut. Insgesamt wurden 6204 Loks der BR 52 für den eigenen Bedarf (Deutschland) produziert. Dazu kamen noch weitere 149 Exemplare für Verbündete. Einschließlich Nachkriegsbauten waren es am Ende 6710 Loks dieser Baureihe 52. Da nach dem Krieg so gut wie keine Lok mehr aus Russland zurückkam, musste man dann mit den in Deutschland verbliebenen Loks zurechtkommen. Diese Kriegslok half dann auch beim Wiederaufbau von Deutschland erheblich mit. Für die neu gegründete DDR war dann dieser Lok-Typ jahrelang ein Rückgrat für den Güterzugdienst. Schnell bemerkte man aber, dass diese vereinfachte Bauart zu immer häufiger werdenden Ausbesserungen führte. Somit wurde dieser Lok-Typ von Jahr zu Jahr kostenaufwändiger und somit unrentabler. Am 18.07.1960 entschloss sich die Führung der DR, 200 Exemplare der Baureihe 52 grundlegend und kostenaufwändig zu modifizieren, um weiterhin noch viele Jahre mit diesen Loks Güterzugleistungen erbringen zu können. Diese 200 Loks wurden in den Jahren 1960 bis 1967 im RAW Stendal rekonstruiert und bekamen die Baureihen-Bezeichnung 52.80 . Diese als Rekonstruktion bezeichnete Modernisierung der Lokomotive erstreckte sich, mit wenigen Ausnahmen, auf alle Bauteile und Baugruppen der Maschine. Die Rekonstruktion ist nicht zu verwechseln mit der ab 1959 ebenfalls im Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Stendal durchgeführten Generalreparatur einer Anzahl von Lokomotiven, bei der lediglich die kriegsbedingten "Entfeinerungen" zurückgebaut und verschlissene Bauteile oder - ebenfalls kriegsbedingt - zu schwach dimensionierte Baugruppen ersetzt werden mussten. So wurden bei der Generalreparatur hauptsächlich nur Stehkessel und Lenkgestelle ersetzt. Zusätzlich wurden bei diesen Lokomotiven eine Mischpumpe (Wasser) und ein Mischvorwärmer eingebaut. Die Lokomotiven behielten dabei ihre ursprüngliche Ordnungsnummer. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde das Generalreparaturprogramm zurückgefahren und man begann im Frühsommer des Jahres 1960 im RAW Stendal mit der Rekonstruktion der Baureihe 52. 200 Lokomotiven erhielten bis 1967 den für die Baureihe 50.35 konstruierten Verbrennungskammerkessel Typ 50E. Weitere markante Merkmale der Rekolok waren neue Zylinder in Schweißausführung, eine Mischvorwärmeranlage der Bauart IfS/DR und, bedingt durch den neuen Kessel, neue Führerhausvorderwände mit ovalen Fenstern. Der vorgesehene komplette Ersatz der Führerhäuser und die Kupplung mit neuen Tendern kam nicht zustande. Die verschlissenen Wannentender 2'2'T30 wurden meist mit neu gebauten Wannen versehen. Weitere Rekonstruktionsmaßnahmen betrafen den Einbau von Achslagerstellkeilen und die Erneuerung des Krauss-Helmholtz-Lenkgestells. Entgegen oft geäußerten,
anderslautenden Meinungen wurden die Erst in den 80er Jahren
wurden bei einigen Lokomotiven (so auch bei unserer) Als erste rollte am 05.08.1960 die Lok 52 8001 aus dem Werk Stendal. Unsere 52 8029 entstand aus
der 52 5018 Von den 200 modifizierten Loks der Baureihe 52.80 existieren heute immer noch 120. Davon werden momentan in Deutschland nur ca. 8-10 Maschinen betriebsfähig vorgehalten. Unsere Lok ist die einzige betriebsfähige dieses Typs in Mecklenburg-Vorpommern. Gerade bei Eisenbahn-Vereinen ist diese Lok jedoch sehr beliebt, da sie relativ robust und vergleichsweise wartungsarm ist.
HU im November
1995 im DB Werk Görlitz |
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